Freitag, 28. Dezember 2012

Fortsetzung Brunello

aus meinem reisetagebuch vom 20. november 2012:

"der aufstieg betrug 350 höhenmeter und für mich war das echt anstrengend. ich glaube, nachts diesen trampelweg hochzusteigen, rechts oder links geht es steil runter, das hätte mich sicher überfordert. das hat der liebe gott (oder wer auch immer) gut eingerichtet, dass ich in domodossola verloren ging und dort die nacht verbrachte.

eine wunderschöne gegend. der sonnenspiegel in viganella ist sooo klein. ich dachte der wäre riesig groß (bei unklarheit bitte googlen).

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auf halbem wege gab es eine plattform mit atem beraubender aussicht

thomas ließ mich mein eigenes tempo machen und mit pausen waren wir dann schlussendlich gegen 16 uhr oben. da verschwindet die sonne geraden hinter der bergkette (die stellenweise puderzucker) trug.

unser gepäck war heile angekommen, auch wenn die gondel ziemlich schief hing. zusammen haben wir dann abgeladen. schließlich waren wir im gästehaus, wo thomas im moment auch lebt, weil er im haupthaus baut. wir packten beide alles auf den tisch, was wir zu essen dabei hatten und dazu gab es kaffee und dinkelfladen. wir hatten uns viel zu erzählen, bis thomas` freundin anrief. während dessen kümmerte ich mich um den abwasch. draußen vor dem fenster standen zwei pferde auf der wiesenterrasse. nach dem telefonat wurde der ofen angeschmissen. während thomas den restlichen abend mit seiner freundin chattete, die wohlgemerkt in hamburg lebt, lag ich auf der kücheneckbank auf dem lammfell vor dem ofen und ließ alle viere gerade sein. ab und an schmökerte ich im herum liegenden vogelbestimmungsbuch. und ich lernte knut kennen, den weißen almhund. der is eine richtige knutschkugel und sooo verschmust.

der mond schien hell und mit dem schnee auf den bergspitzen sah man auch im bett die bergkulisse. und natürlich die sterne :-). am nächsten morgen gab es wieder fladen, und wir liefen nochmal mit knut zum spiegel, um ein foto von mir zu machen.

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knutschkugel knut <3

dann hieß es gepäck wieder festmachen, runter würde alles ohne probleme laufen. dann eine herzliche verabschiedung von thomas und knut und die wegbeschreibung für den kürzesten weg bergab.

ich hätte mal lieber meine doc`s anziehen sollen. erstens war t-shirt-wetter und mamas marktkaufschuhe in allen ehren, aber sie sind ohne profil und somit ohne grip und ich schlitterte auf dem laub den berg runter, abhang am trampelpfad hin oder her, und setzte mich ständig auf den arsch.

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kopfesskastanie - das holz wurde gern verarbeitet, und jetzt sind die linden auf dem vormarsch...

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gutes und festes schuhwerk für einen sicheren tritt am abhang ist sehr empfehlenswert ^^

hat viel kraft und konzentration gebraucht, aber nach einer dreiviertel stunde kam ich heile am parkplatz an. noch einen schluck quellwasser, gepäck holen und ab nach varese.

ich bin thomas` empfehlung und beschreibung gefolgt und bin in verbania mit der fähre über den lago maggiore. bei schönstem sonnenwetter war ich just in time und bekam den letzten parkplatz auf der fähre, wobei ich dazu schräg einparken musste und mit dem heck fast im wasser hing.

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auf dem lago maggiore

ich kam mit einem italiener während der ca. 15minütigen überfahrt ins gespräch. er antwortete, als ich ihm sagte, dass italien schön sei, dass die italiener ne meise hätten. und merkel ne toughe lady wäre, die ihr ding gut macht.

in varese angekommen, irrte ich umher, was ich aber nutzte, um mir das städtchen anzusehen. bis ich schließlich an einer tankstelle nach meinem hotel fragte, und aha, mein hotel lag außerhalb in einem kaff.

ich war super schnell dort, aber fand mein hotel nicht. es wurde dunkel und ich verfing mich wieder in schmalen dorfgassen.

offensichtlich überfuhr ich eine hingestellte ampel, denn ich sah mich mit gegenverkehr und einem polizeiauto konfrontiert, das mich auch gleich mit blaulicht einfing am erstbesten parkplatz.

joar, da hatte es mich erwischt. jetzt bin ich um 154 € ärmer.

aber ich bat den polizisten, ob er mir helfen kann mein hotel zu finden. er bot mir an, dass er vor mir herfährt, und nach wenigen minuten war ich an dem hell erleuchteten hotel. alter!

ich bedankte mich brav und nachdem er ja heute mit mir streng war und mich zur achtung ermahnt hatte, wünschte er mir am hotel noch einen schönen abend.

ihr könnt euch sicher vorstellen, dass mein bedarf an action für heute gedeckt war. ich verlasse heute das hotel nicht mehr und fahre nirgendwo mehr hin! mein couchsurfing-bekannter, mit dem ich heute abend in varese verabredet war, wurde sofort von mir angerufen. er hatte zum glück verständnis und so verabredeten wir uns für morgen zum frühstück in varese.

jetzt hab ich die minibar um ein bier und ne coke ärmer gemacht und werde meine kopfschmerzen pflegen, die mich heute schon den ganzen tag quälen."

Freitag, 21. Dezember 2012

roadtrip tag 3 + 4

aus meinem reisetagebuch vom 20. november 2012:

"hallo ihr lieben daheim gebliebenen,

ich bin gerade in meinem hotel in der nähe von varese angekommen.

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Dies ist der morgendliche Ausblick vom Balkon meines Hotelzimmers in Domodossola.

mein almbesuch in viganella war sehr schön. am morgen bin ich gut weggekommen und habe auch den richtigen weg auf anhieb gefunden. die straße bergan wurde immer schmaler, und auf dem letzten stück kam mir auch ein auto entgegen. ich den rückwärtsgang eingelegt und nervös wie ich war, landete ich nach wenigen metern in der abflussrinne. rechts die felswand steil nach oben, ich wieder versucht nach vorne rauszukommen, kratzte der rechte außenspiegel schon die felswand entlang und klappte ein.

die autofahrerin hatte inzwischen genug platz und zog vorbei.

mich trennten nur gefühlte 2 oder 3 zentimeter von der felswand.

ich lenke scharf links ein, handbremse anziehen und vorsichtig losfahren. nüscht tat sich. gar nüscht. ich versuchte nach dem dritten vergeblichen versuch, ruhig zu bleiben. trotzdem zitterte ich vor lauter adrenalinausschüttung. ich stieg aus dem auto und schaute nach. okay, das scharf eingeschlagene rechte vorderrad steckte offensichtlich in der rille fest. ich also wieder eingestiegen und zurückgeschlagen richtung mitte. was die gefahr des felskontaktes wieder deutlich erhöhte. aber: ich bin sofort rausgekommen. es stank nach verschmortem gummi und ich fuhr mit lautem herzrasen langsam weiter, da kam mein gastgeber thomas mit einem dieseltank die straße heruntergelaufen. ich erzählte ihm gleich ganz aufgeregt, was mir passiert ist und er schaute sofort nach und konnte keine schäden feststellen.

inzwischen war ich ausgestiegen und nach einer herzlichen begrüßung schaute ich auch nach und entdeckte über dem rechten vorderrad kleine kratzer, die sich bis auf zwei oder drei alle wegreiben ließen. der außenspiegel hat ebenfalls leichte kratzer, aber keine weiteren spuren und keinerlei beulen und nüscht.

alter!....

thomas fragte mich ob ich lust hätte, noch mal ins tal zu fahren um seinen tank zu füllen. nun hatte ich ja jemanden dabei und fühlte mich gleich sicherer. wir tankten beide und gingen dann noch einen cappucchino trinken. wir sind beide gute schnattertanten mit gemeinsamen themen und haben uns sofort wunderbar verstanden.

retour richtung alm stellten wir an der materialseilbahn das auto ab und fixierten unser gepäck. dann fuhren wir auf den parkplatz und dann ging es weiter zu fuß. es war sonnig und strickjackenwetter.

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verwitterte esskastanie...

thomas hat am anfang der strecke ein konstrukt errichtet - aus baumstämmen - das die seilbahn in der vorhandenen bergsenke anheben soll, um die möglichkeit zu haben, die ladekapazität um 1000kg zu erhöhen. es gab technische probleme und er erbat sich ein bisschen zeit für reparaturarbeiten, auch um unser gepäck sicher nach oben befördert zu kriegen. ich saß auf baumstämmen in der sonne, während thomas weit entfernt jeglicher deutscher sicherheitsbestimmungen am hang mit leiter und gerüst werkelte."

fortsetzung folgt....

Montag, 17. Dezember 2012

roadtrip tag 1+2

aus meinem reisetagebuch vom 17. november 2012:

"hallo meine lieben daheim gebliebenen,

ich sitze jetzt gemütlich in meinem hotelbett in italien, und heute funzt das auch mit dem internet.

hab mir gestern das erleuchtete dinkelsbühl angeschaut, denn als ich ankam auf dem reiterhof von meiner hostess elfie, wurde es bereits dunkel. ich bin dann mit dem auto die 2 km zur altstadt gefahren und habe gleich einen parkplatz direkt vor einem der stadtore gefunden.

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ich hab nach einer viertel stunde rumlaufen erschrocken festgestellt, dass ich meine mittagstablette noch nicht genommen habe, und so wurde es um kurz vor 18 uhr langsam zeit dafür. so schwenkte ich spontan ins goldene lamm ein und aß zur cola (und tablette) die obligatorischen nürnberger rostbratwürstchen mit sauerkraut.

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gestärkt schaute ich mir anschließend die altstadt an. es war dunkel und nebelig, kaum menschen unterwegs, überall beleuchtete häuser, tore, türme, mauern und so weiter. im scheinwerferlicht waberte der nebel. eine sehr faszinierende stimmung, ziemlich "gothic" ;-). ich genoss das sehr und lief noch eine reichliche stunde herum. soooo schön und schnuckelig, dieses städtchen, absolut. das toppt görlitz.

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gegen 19 uhr war ich zurück bei elfie. es sind dort immer pferdefreunde da. auf dem hof leben 70 pferde, eine hundefamilie zum züchten (im moment sind es 5), katzen, ein kamerunschaf und noch andere tiere. hier machen bis zu 70 kinder gleichzeitig ferien. neben dem reiten, hundeknuddeln usw. gibt es hier schwimmbecken, dampfbad und whirlpool für die kids.

ich hatte, da keine ferien, auch keine kinder da, ein 5-bett-zimmer mit klo und dusche für mich alleine, mit blick auf das hasengehege, wie ich am nächsten morgen feststellte.

ich hab abends mit im aufenthaltsraum gesessen und mit elfie & co. glühwein getrunken. elfie und ich quatschten noch bis nach halb zehn und dann gingen wir schlafen.


heute morgen um 9.45 uhr startete ich nach dem gemeinsamen gruppenfrühstück in richtung viganella. hat alles gut geklappt, in deutschland gab es sonne satt, in der schweiz viel nebel, dann wurde es aber immer klarer. die berge sind sooooo schön und sehr imponierend.

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letzter stopp vor der passüberquerung san bernadino

ich hatte einen traumhaften sonnenuntergang mit goldener stunde zu erwarten, während ich den pass in san bernadino befuhr - der entgegen den nachrichten, als ich noch in österreich war, offen war. hat alles supi geklappt, auch wenn es sich für mich als jungfräuliche passüberquererin teilweise echt abenteuerlich anfühlte. während ich, angstgeimpft und katastrophen erwartend mit 60 den pass hochtuckerte - mehr gab mein laubfrosch nicht her - und auch mit 60 wieder runtertuckerte - dauernd vor jeder kurve bremsend - fahren die einheimischen ja wie die besengten und schieben eine dann natürlich vor sich her. aber, ich blieb cool und bin nur so schnell gefahren, wie ich mich sicher fühlte.

hinter dem pass wurde es auch gleich wieder milder, kein schnee mehr auf den bergen. als ich in locarno am lago maggiore ankam, war es bereits dunkel, und der see zeigte sich von seiner schönsten seite, die er zeigen kann, wenn die sonne untergegangen ist. die lichter der uferortschaften spiegelten sich im wasser und die neumondsichel stand am klaren himmel.

während der blauen stunde schipperte ich die schmale und kurvige straße den langen und schmalen see links liegend entlang. am anfang war noch viel verkehr und ich fuhr mit schnappatmung um meine karosserie fürchtend hochkonzentriert das bisschen platz entlang, das mir zum auto fahren zur verfügung stand. die einheimischen hatten offensichtlich überhaupt kein problem mit der engen kurvigkeit. aber irgendwann wurde es ruhiger und endlich war dieser see zu ende. mein ziel nahte. doch, in domodossola, kurz vor ultimo, irrte ich mindestens ne stunde umher und verfranste mich völlig. der sprit wurde langsam knapp und die tankstellen hatten geschlossen. und um 20 uhr war feierabend. ich smste meinem gastgeber thomas, was sache ist und er hat sich erkundigt, ob sonst alles gut bei mir ist. ich checkte im nächstbesten hotel ein.

für die empfohlene pizzeria bin ich zu kaputt, und so war die beste gelegenheit, mutters proviant anzureißen. also, abendessen gab es heute auf dem hotelzimmer. ungarische salami und pumpernickel.

jetzt ist es gleich 22 uhr und ich werde schlafen und morgen um 8 uhr aufstehen, frühstücken und dann die letzten 15 km hoffentlich gut finden. ich hab noch mal google maps gecheckt und mir notizen gemacht.

in diesem sinne, ich finde alles so aufregend und freu mich des lebens." 17. november 2012, domodossola, italien

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Daphne de luxe

Bevor ich nach Berlin aufbrach, lud mich meine Kollegin Anette Mittwoch Abend zu Daphne de luxe ein. Ihr erwachsenes Patenkind samt Freunden hatte noch eine Karte übrig und ich hatte das Glück, gerade frei zu haben an diesem Abend. Die Veranstaltung fand statt im "Honigbrunnen" auf dem Löbauer Berg. Ein sehr stilvoller Ort mit einem völlig überforderten Personal. Was da alles schiefgegangen ist, geht auf keine Kuhhaut. Wer Erlebnisgastronomie anbietet, sollte nicht am Personal sparen...

Zu Daphne selbst werd´ ich mich nicht groß auslassen. Seht einfach selbst :o). Wir hatten jedenfalls einen schönen und lustigen Abend mit "Erlebnisgastronomie" wie wir sie nicht erwartet haben ;P....

https://www.youtube.com/watch?v=CBdcxVExYhI

Samstag, 20. Oktober 2012

Berlin Tag 3+4

Alina hatte frei genommen am Montag, und so startete der Tag auch wieder gemütlich. Als ich Bummelliese mich bei meinen beiden Gastgebern verabschiedet hatte, war es halb Zwölf, und ich machte mich auf Richtung Alexanderplatz. Dort war alles Baustelle und ich staunte dass ich den Platz gar nicht so hässlich und runtergekommen in Erinnernung hatte. Gut, da war ich noch ein Kind, da guckt man wahrscheinlich auf andere Sachen... Ich lief Richtung Fernsehturm und Rotes Rathaus, da ich einen Abstecher ins Nikolaiviertel machen wollte.

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Überall war Baustelle (U-Bahn-Anschluss oder sowas), aber die Absperrungen wurden dazu genutzt, um Touristen wie mir Infos zu den Sehenswürdigkeiten in erreichbarer Nähe zu geben. So war ich relativ schnell im Nikolaiviertel, meine Füße waren müde und ich hatte Lust, eines der typischen Berliner Kneipen aufzusuchen, um einfach ein bisschen zu chillen und meine Gedanken und Eindrücke zu ordnen. Ich lief dann im "Paddenwirt" ein. Die Geschichte zur Herkunft des Namens ist im hier eingefügten Link nachzulesen. Das ganze Restaurant war ein Sammelsurium von grünen Fröschen. Sehr witzig, sogar die Klodeckel und Klobürsten hatten Froschmotive. Ja, Frösche sind was anderes als Kröten, aber wir wollen nun mal nicht päpstlicher sein als der Papst. Ans Berliner Eisbein hab´ ich mich nicht rangetraut, aber Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei fanden Platz in meinem eigentlich noch gar nicht so hungrigen Bauch. Dazu Berliner Pilsner und zum Abschluss eine Tasse Kaffee, und dann war ich nach einem Stündchen Abhängen wieder bereit für Seightseeing.

Dazu brauchte ich nicht weit gehen, ich fiel sozusagen direkt in die Nikolaikirche rein. Diese ist als Kirche schon lang nimmer in Gebrauch. Sie ist heute ein Museum. Die Nikolaikirche schrieb vor allem Demokratiegeschichte. Das erste frei gewählte Parlament tagte hier genauso wie das erste gesamtdeutsch gewählte Parlament nach dem Mauerfall.

Neben der Kirche an sich gab es auch ein interaktives Museumsangebot zum Thema "Gläubig - ungläubig". Dazu haben Studenten verschiedene Menschen zum Thema "ich glaube ich?" interviewt und die Ergebnisse in einem Sideboard präsentiert, an dem man die Schubladen heraus ziehen konnte.

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Neben dem Text gab es ein Foto der interviewten Person sowie persönliche Gegenstände und Tonausschnitte.

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Dazu gab es ein Computerterminal, an dem jede-r Besucher-in Fragen zu Religion und Glauben oder halt Nichtglauben eingeben konnte. Das war dann auch nachzulesen für alle. Ich hab´ da natürlich auch meinen Senf dazu abgegeben *g*.

Eindrücke von der Nikolaikirche:

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Der Blick auf die Uhr schreckte mich auf! Alter, gleich bist du mit Diana verabredet. Ich hatte mich ja bei meiner letzten Couchsurferin zum Gegenbesuch eingeladen und ich musste also innerhalb einer halben Stunde in Prenzlauer Berg sein. Nu aber schnell!

Draußen war es gegen 15 Uhr grau und trüb. Der Dom beeindruckte trotzdem.

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Und wieder vorbei am Fernsehturm...

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An der Weltzeituhr erreichte ich pünktlich die Tram.

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Diana kam von der Arbeit nicht rechtzeitig los, so dass ich die Zeit nutzte und einen Abstecher in den Media Markt machte, wo ich Lana Del Reys Album "Born to die" für 7 Euro erstand. Inzwischen dudelt die CD bei mir rauf und runter. So ein schönes Album!

Diana und ich beschlossen, den Rest des Tages gechillt zu verbringen und zusammen mit ihrem besten Kumpel machten wir uns auf und spazierten derer beiden Lieblingsrunde entlang am Weißen See und anderen kleineren und größeren Gewässern, im Park, bis es dunkel war. Wir diskutierten über ernste Sachen und so vergingen glaube ich bald 2 Stunden wie im Fluge. Danach aber beschlossen wir, dass Dianas bester Kumpel für uns Pizza backen will *g*. Immerhin gingen wir zwei Mädels im Supermarkt einkaufen, während der Herr den Teig schon mal knetete.... *g* Mit Weiß- und Rotwein und vielem sich und die anderen auf die Schippe nehmen wurde es ein so spaßiger Abend, und die Pizza war einfach perfekt. Mit viiiiel Knoblauch. Also für meine Verhältnisse. Eigentlich wurde die Standarddosis wegen meinen Empfindlichkeiten schon reduziert... Es wurde mal wieder spät .oO ... Meine erste Hostess ermöglichte mir einen tiefen und gesunden Schlaf auf einer super gemütlichen Couch mit einer ganz warmen kuscheligen Bettdecke...

Da fiel das arbeitsbedingte frühe Aufstehen am nächsten Morgen fast schon schwer... Diana flitzte zur S-Bahn, während ich es gemütlich angehen lassen wollte und zurück zum Alex fuhr, um irgendwo gemütlich zu frühstücken. Nirgends fand ich ein Café und landete nach einem Schlenker durch´s Nikolaiviertel am Bäckerei-Imbiss vom Alex-Bahnhof. Durch Zufall kam ich am Tatort vorbei, an dem am Tag zuvor (oder in der Nacht?) ein Mensch (Johnny) einfach so umgebracht worden ist. Dort standen und lagen frische Blumen, brannten Lichter und wurden selbstgeschriebene Zettel hinterlegt.

Nach meinem reichhaltigen Frühstück (da waren die Augen wieder hungriger als der Magen) merkte ich, dass ich völlig müde war und ich zwar so gern in Berlin geblieben wäre, ich aber einfach dringend Schlaf nachholen musste. Da das zu diesem Zeitpunkt schlecht ging, kaufte ich mir ein Ticket für den Zug nach Hause, der um 9:40 Uhr abfuhr und schlief die ganze Heimfahrt. Der Papa war auch so nett und machte für mich den Shuttle-Service vom Bahnhof nach Hause, nicht ohne vorher noch mit mir essen zu gehen (haha, schon wieder essen!). Den Rest vom Tag hab´ ich dann fast komplett mit Schlafen verbracht. Kein Stadtpflaster und durchgequatschte Nächte mehr gewöhnt.... ^^

Freitag, 19. Oktober 2012

Berlin Tag 2

Eigentlich wollte ich am Vormittag im Regierungsviertel mit Campact gegen Nahrungsmittelspekulationen und den Hunger in der Welt demonstrieren und mit Töpfen ein Protestorchester schlagen. Aber ich merkte schon nach meinem Philharmoniebesuch, dass ich vielleicht doch bisschen mehr Schlaf bräuchte, und so beschloss ich, dass ich einfach gucke, wann ich wach werde. Und wenn es zu spät ist, dann isses halt so.... Gegen 10 Uhr wurde ich dann wach am nächsten Morgen, und ein perfekt gedeckter Frühstückstisch und der Durft nach aufgebackenen Brötchen empfing mich <3. Da wurde ich sofort schwach und frühstückte mit meiner Freundin in aller Ruhe. Wir hatten uns so viele Jahre nicht mehr gesehen, ich meine, da gibt´s natürlich auch viel Redebedürfnis und persönlich ist nun mal viel schöner als per Telefon oder E-Mail.

Zu dritt machten wir uns satt und zufrieden auf Richtung Regierungsviertel, um bei wunderschönstem Sonnenschein wieder einen langen Spaziergang durch Berlin zu machen. Vorbei am Reichstag, Kanzlerinamt und so weiter erreichten wir bald die Spree und liefen am Wasser entlang. Alinas Schatz lud uns dann zu einem gemütlichen Käffchen an einem der Spreecafés ein und wir genossen die letzten warmen Sonnenstrahlen dieses Jahres. Nachdem wir uns gestärkt hatten mit Soljanka und Berliner Roter Grütze, liefen wir weiter und ich bekam ein großes Kaufhaus im französischen Stil von innen zu sehen, dass architektonisch sehr sehenswert war. Die Läden boten alles an, was reiche und schöne Menschen unbedingt benötigen, um sich ein bisschen weniger unzufrieden zu fühlen in dieser Welt...

Ich bin ja schon sehr interessiert am Weltgeschehen, und mir zu Liebe machten wir einen Schlenker zum Checkpoint Charlie. Woah, da bekam ich Gänsehaut als ich all die Fotos sah, die die Geschichte dieses berühmt gewordenen ehemaligen Grenzübergangs in Übergröße repräsentierten. An so einem Ort zu stehen machte Lust auf mehr. Dort wird so viel Geschichte geboten, ich glaube, man kann locker einen halben Tag dort verbringen. Nach einem Schlenker durch Kreuzberg traten wir langsam den Rückweg an. Wir waren dann doch ganz schön groggy und Alina und ich hatten erneut den Luxus, bekocht zu werden :o) . Lecker Hühnerbeinchen a la Chef *g* mit Salat und den Lasagne-Resten vom Vortag. Dazu wieder schön Weißweinchen und so :o) .... Sehr lieb!

Durch Zufall landeten wir beim TV-Zapping bei Felix Baumgartners Sprung in der Liveübertragung. Alter! Uns Mädels blieb fast das Herz stehen! Ich dachte, jetzt kannste schon Menschen live beim Sterben zusehen und -hören! Aber der Felix is ja Österreicher, die überleben immer! Ich kenn´ den ja nicht. Aber er sieht schon a bissl so aus, als dass er einen besseren Gouverneur abgeben würde...

Alinas Freund musste zur Nachtschicht und so endete der Tag als Mädelabend mit Klatsch und Tratsch und "Open Water 2". Wir konnten natürlich nicht begreifen, wie man so viel falsch machen kann, wenn man in einer Überlebenssituation ist. So fachsimpelten wir sicher im Trockenen sitzend und lachten über den Irrwitz dieses Films. Aber der Klatsch und Tratsch kam natürlich auch nicht zu kurz. Irgendwann morgens um 2 Uhr fielen uns die Augen zu... Ich schlief in einem kleinen Separé auf dem Luftbett, wie ein Baby :-) .

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Berlin Tag 1

Einen Tag später als geplant machte ich mich auf nach Berlin um dort ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Samstag morgens stieg ich in den Zug, der Tag versprach ein wunderschöner zu werden und nach reichlich zweieinhalb Stunden war ich am Alex und von dort ging´s ab nach Berlin-Wilmersdorf zu meiner ehemaligen Schulfreundin Alina. Dort bestaunte ich ihre neue Wohnung und lernte ihren Freund kennen. Nach einem gemütlichen Spätstück mit frischen Brötchen machten wir uns auf zu Fuß Richtung Ku´damm und schlenderten bei schönstem Sonnenschein die Promenade entlang. Der Ku´damm sieht wieder besser aus. Bei meinem letzten Berlinbesuch vor zwei oder drei Jahren standen viele Geschäftsräume leer und der Ku´damm wirkte teilweise verwahrlost und schlodderig. Das konnte ich dieses Mal nicht mehr so beobachten. Ein Gang durch´s KaDeWe war natürlich inklusive und ich kaufte Souvenirs für Mama und Papa und ein Gastgeschenk für meinen "ReSurf"-Besuch bei Diana, meiner letzten Couchsurferin :o).

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Gendarmenmarkt

Als wir nach zwei drei Stunden Fußmarsch und Shopping wieder daheim ankamen, wartete frisch gebackene Lasagne auf uns! Mjammi! Mein Antrag, mir diesen so gut kochen könnenden Mann stundenweise auszuleihen, wurde leider abgelehnt ;-) .... Nach einem wirklich super leckeren Essen in angenehmen Ambiente hieß es für mich chic machen. Mein bundesweit agierender Arbeitgeber (CJD) unterhält und fördert eines der besten deutschen Jugendorchester (CJD-Jugendorchester) und einmal im Jahr tritt dieses in der Berliner Philharmonie auf. Mitarbeiter-innen haben freien Eintritt.

Ich fuhr mit der U-Bahn bis zum Potsdamer Platz, wo Samstag Nacht der Bär tanzt. Berlin erleuchtet im Moment alle sehenswerten Plätze, und lässt diese in verschiedensten Illuminationen erstrahlen. So wohl auch den Potsdamer Platz. Obwohl, am Ritz war der neue James Bond mit dem Beamer verewigt, und vor dem Hoteleingang stand eine Traube Menschen. Vielleicht stellte Daniel Graigh seinen aktuellen Film vor? Keine Ahnung, aber es war imposant, den Potsdamer Platz mal in allen Lichterfarben und belebt zu bestaunen anstatt wie bisher als Baustelle und leergefegter Glashaussammelplatz an grauen verregneten Vormittagen.

Die Berliner Philharmonie jedenfalls befindet sich gleich hinter´m Potsdamer Platz. Ich hatte mein Ticket zu Hause vergessen und sollte mein Glück an der Kasse probieren. Vielleicht gab es da ja eine Mitarbeiterliste? Dazu musste ich allerdings um den ganzen Block laufen, da ich zufällig an einem der Hintereingänge gelandet war. Im Dunkeln wollte ich eine Abkürzung nehmen, die sich als Rasenfläche entpuppte, auf der unzählige Wildkaninchen im Schatten der Scheinwerfer Gras zupften und sich von mir Störenfried nicht großartig beeindruckt geschweige denn belästigt zeigten.

In der Eingangshalle zum Kammermusiksaal traf ich am CJD-Stand einen netten jungen Mitarbeiter, der sich bemühte, mir eine Karte abzutreten und fünf Minuten vor Beginn hatte er genug übrig gebliebene Karten vorrätig und ich landete in der 1. Reihe auf der Musikempore mitten unter Vertretern aus Wirtschaft und Politik :-D .

Das Konzert war schön und die Solistin mit der Violine sehr beeindruckend. Diese 14jährige zierliche junge Frau, die mit einer Energie und Schnelligkeit die Violine zum Glühen brachte... Wow... Olivia Hyemi Comfort ist Stipendiatin des CJD-Förderprogramms für Hochbegabte und hat internationale Preise erspielt.

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Wirklich schön ist das Gebäude der Berliner Philharmonie nicht, finde ich. Innen sind Gebrauchsspuren überall zu sehen. Aber wer hat schon Geld für einen neuen Fußbodenbelag im finanziell klammen Berlin?...

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Potsdamer Platz mit Nightlife.

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James Bond am Ritz...

Dienstag, 16. Oktober 2012

Couchsurfing

Einen Tag vor und einen Tag nach meinem GFK-Seminar hatte ich wieder Couchsurfer bei mir zu Gast. Bianca aus Berlin war unterwegs nach Görlitz und Zittau, um einen Artikel zu schreiben über die Fusion des Görlitzer und Zittauer Theaters und zu ihrer Recherche gehörte nicht nur das Interviewen von Theaterleuten sondern auch das Eruieren, wie es den Menschen in der Region geht. Gehen die ins Theater? Wie finden sie die Zusammenlegung? Meine ganze Familie beteiligte sich daran um Feedback und eigene Meinung abzugeben :D ... Wir beide hatten viel Spaß, quatschten bis in die Nacht über unsere Zukunftsvisionen und Träume und beschlossen, dass wenn es sich ergibt, wir uns in einer Kommune wieder sehen! Bianca hat ein Stückchen Garten im Tempelhofer Feld übernommen und beteiligt sich somit an der Wiedernutzung und Verschönerung des alten Flughafengeländes, das jetzt ziemlich brach liegt. Und ich muss unbedingt im Frühjahr nach Berlin reisen um ihren blühenden Garten zu bestaunen. Als ich sagte dass ich das wirklich tun werde, steigerte das ihre Motivation, ihr Gartenprojekt durchzuziehen :o) . Bianca ist sehr kreativ und hinterließ mir eine CD mit ihrer Musik und ihrer schönen Stimme :). Ich freue mich sehr, sie wiederzusehen und gemeinsam Träume weiter zu spinnen. Und vielleicht wird ja die Idee mit der Kommune im Tempelhofer Feld wirklich wahr :o) !

Nach meinem Seminar besuchte mich Diana, auch aus Berlin :). Sie war mit ihrem Kumpel unterwegs mit dem Fahrrad, und die beiden tourten seit einem Monat durch Deutschland, um im Rahmen des Projektes "Junge Deutsche" die Lebenswelten Jugendlicher und junger Erwachsener zu ergründen und festzuhalten. Dazu führten sie in deutschen Städten Interviews und Workshops durch. Görlitz war die vorletzte Station für Diana. Während wir beim Abendessen noch über dieses Projekt sprachen, waren wir aber recht schnell im Thema Jugendarbeit drin. Denn Diana ist ehrenamtlich in einem Verein sehr engagiert und hat im Moment große Sorgen damit und schwuppsdiwupps waren wir drin im Thema Arbeiten in der Jugendhilfe... Was dann abendfüllend war und bis in die Nacht diskutierten und reflektierten wir und beschlossen, dass wir diesbezüglich in Kontakt bleiben, um zu helfen und zu unterstützen. Da ich das kommende Wochenende in Berlin sein würde, fiel ich spontan mit der Tür ins Haus und wir beschlossen, dass ich einen Tag länger in Berlin bleibe und wir unsere spannenden Themen weiterdiskutieren *g*. Doch dazu mehr an späterer Stelle...

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