Samstag, 8. September 2012

September 2012

Freitag Abend traf ich mich mit Karl aus Bonn, der mich über CS anfragte, ob wir in Görlitz einen Kaffee trinken gehen. Um 18 Uhr trafen wir uns auf der Altstadtbrücke, da ich als Location mal wieder die Zcorgelecer Pizzeria erwählt hatte.

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Blick von der Görlitzer Altstadtbrücke hinüber zur Pizzeria.

Ich hatte die Hoffnung, dass Karl als gebürtiger Pole mir beibringen kann wie man Pizza auf polnisch bestellt. Aber die polnische Sprache ist kompliziert (für Deutsche) und auch für Polen, wenn sie mit 14 Jahren das Land verlassen haben. Vielleicht war Karl aber auch einfach nur ein bisschen zu zurückhaltend ;) ... Er ist ein sehr ruhiger Mensch, aber ich habe immer eine Antwort auf alle meine Fragen bekommen :). Karl wirkt sehr ernst, aber er kann durchaus auch mal lächeln. Und das steht ihm gut. Wir tranken polnisches Bier und Karl aß Pizza, während ich mich über leichtere Kost - Bruschetta und Mozarella Caprese - hermachte. Wir saßen draußen und von der deutschen Seite drang klassische Musik herüber, in gutem Sound, und wir vermuteten eine Aufführung in einer der leer stehenden Fabrikhallen oder so. Aber nie klatschte jemand. Also kam die Musik wohl aus der Konserve? Wir haben es nicht herausfinden können. Aber die leichte Klassik in angenehmer HIntergrundlautstärke war eine sehr stimmungsvolle Untermalung eines warmen Frühherbstabends auf der Terrasse einer Pizzeria. Gegen 22 Uhr wurde es dann doch ziemlich kühl und Karl wurde müde. Schließlich hatte er einen anstrengenden Reisetag hinter sich. So schlenderten wir zurück nach Görlitz und verabschiedeten uns herzlich. Wir waren uns einig dass wir uns wieder treffen wenn Karl in Görlitz ist (ca. 3 x im Jahr), und er lud mich ein, ihn in Bonn zu besuchen :).

Ich ging dann Richtung Basta, was ja nur wenige Schritte sind. Unterhalb der Petersbrücke befindet sich dieser links-alternative Jugendclub, der anlässlich des Fokus Festival in Form eines "Fokus-Warm Ups" Filme vorführten über die Situation der Jugendvereine in der Region des Landkreises. Auf Arbeit hatte mich diese Info im Mail-Verteiler erreicht, und ich war somit aus dienstlichem Interesse dahin unterwegs. Anschließend sollte es musikalisch mit einer Mischung aus Pop-Reggae-House-Dub weitergehen, und das wollte ich mir Neugierde halber auch geben. Mein Pizzeria-Treff mit Karl hatte Priorität, aber da die Veranstalter im Basta Verspätung hatten, konnte ich den zweiten Film noch in voller Länge genießen. Unmittelbar nachdem ich mir einen Platz gesucht hatte, ging der Film los :) . Im Barbereich des Basta wurde der Film via Beamer gezeigt und es waren vielleicht insgesamt 15 Leute im Raum, auch Erwachsene, die vermutlich wie ich in der Jugendarbeit tätig sind?...
Die Jugendlichen in den Filmbeiträgen kämpfen ehrenamtlich in selbst gegründeten Vereinen darum, dass Angebote für Jugendliche in urbanen und ländlichen Gebieten nicht völlig aussterben. Sie investieren soviel Zeit und Geld in ihre Projekte wie den Erhalt von Jugendclubs, und müssen dennoch mit dem Rückgang von Besucher_innen leben, durch Abwanderung, Rowdytum und fehlendes Geld für die Erhaltung der Einrichtungen oder Ausstattungen wie Skateranlagen. Der letzte Beitrag schilderte die Situation eines Jugendclubs im sehr abgelegenen ländlichen Bereich, der schließen muss, und der Jugendliche konnte die Gründe sehr gut und differenziert schildern. Als der Film zuende war, war es still im Raum. Das hatte emotional eingeschlagen und machte betroffen.
Ich kaufte mir eine Mate-Cola. Schmeckte gut und nicht wesentlich anders als Cola die man sonst trinkt. Ich lief ein bisschen umher und schaute mir den Club von innen und außen an. Draußen waren an die 20 jungen (und älteren *g*) Leute, alles fest in polnischer Hand (vielleicht wegen den Bands, die beide aus Polen kamen?) Der Hof ist echt sehenswert. Am Ende erhebt sich ein riesiger Granit(?)-Berg, und auf diesem steht ja bekannter Maßen die Peterskirche. Da direkt davor zu stehen bei nächtlicher Beleuchtung, das fand´ ich imposant. Klar, da war es früher sehr schwer, Görlitz zu erobern...
So nach 20 Minuten ging dann die Musik los. Es lief elektronische Musik ohne Gesang, die von zwei Kerlen durch das Drehen und Schieben von unzähligen Knöpfen und Reglern soundmäßig bereichert wurde.

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Jabbadub hieß die Hauptband, die ich ermüdungstechnisch ausgelassen habe.

Für die war das schon richtige Arbeit und ich fragte mich ob das jetzt ein Live-Auftritt war? Oder doch DJing? Egal, ich holte mir ein Bio-Bier und nach 3 Liedern traute auch ich mich zu den anderen 2 oder 3 Fans auf die Tanzfläche (bzw. Floor, wie man das ja heute so nennt). Viel los war nicht, aber es kamen immer wieder mal Leute vorbei, die sich diese Performance anschauten. Die Musik war größtenteils tanzbar, ansonsten sphärisch und experimentell. War okay, nur nach einer Stunde reichte es mir dann aber auch, da das musikalische Repertoir doch beschränkt war. Und in diesem Moment war der Auftritt auch beendet. Ich hatte Gelegenheit, den Typen, der das Ganze gefilmt hatte, anzuquatschen, und so erfuhr ich, dass die Combo aus Zgorcelec ist und spontan aufgetreten sei. Die Hauptband komme erst noch. Er erzählte mir ein bisschen was zu den Jungs und verriet mir wie sie heißen und was sie sonst noch so musikalisch machen - aus reinem Spaß an der Sache. Leider habe ich mir den Namen wohl doch nicht richtig gemerkt, ich kann sie nicht mehr ergooglen. Mein Tag war jedenfalls für mich nun lang genug gewesen und ich torkelte (vom Bio-Bier ;) ) nach Hause. Was ja gleich um die Ecke war... Praktisch :)

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