Freitag, 1. März 2013

damüls

und weiter geht´s mit tag 2:

"liebe daheim gebliebenen,

ich hatte die sache mit dem nachtspeicherofen nicht ganz gepeilt, und so wachte ich morgens um 4 uhr albtraumgepeinigt in saunaverhältnissen auf. heizung ganz aus, fenster kurz auf, auf klo gehen und dann war es wieder auszuhalten. julie weckte mich überpünktlich und ich erschrak, weil ich dachte, dass ich verschlafen hätte. aber so hatten wir zeit, gemütlich zu frühstücken. es gab brötchen und lecker landbrot, selbst gemachte marmeladen und u.a. ziegenkäse und biokaffee. ich fühlte mich wirklich sehr wohl. katzendame fifi lernte ich auch kennen und sah endlich was, wenn ich aus dem fenster schaute. gärten mit alten apfelbäumen und so... einfach schön...

julie nahm mich dann mit ins gemeindehaus, da noch ein bisschen zeit für meinen zug war. dort gab es heute ein treffen mit den interessenten für das mehrgenerationenhaus-projekt. auf dem weg zum gemeindehaus zeigte mir julie das schloss, in dem der chef von air berlin residiert. und somit erfuhr ich, dass reichenschwand ja durchaus zum nabel der welt gehört :-). im gemeindezentrum angekommen, machte julie schon mal die kaffeemaschine klar und wir deckten gemeinsam die tische ein.

nach und nach kamen die leute an und ja, sie waren alle sehr freundlich und nett, keine freaks und scheinbar bodenständige menschen. um ein haar hätten wir das rechtzeitige losfahren zu meinem zug vergessen und dann ging alles ganz schnell. aber ich hatte noch zeit mir ein ticket zu ziehen und mich von julie zu verabschieden. meine görlitz-postkarte mit einladung hatte sie natürlich bekommen und sie meinte noch, vielleicht ziehe ich ja irgendwann in ihrem mehrgenerationenhaus ein :-). schon meine zweite einladung für`s "kommunenleben" neben der von couchsurferin bianca für`s berliner tempelhofer feld :o)... hehe, toll!

mein zug kam just in time und da der tag ja noch sehr jung war, hatte ich noch ca. 2 1/2 stunden zeit in nürnberg. es war sehr kalt und auf julies empfehlung hin ging ich zum germanischen nationalmuseum und schaute mir dort 2 sonderausstellungen an.

die erste war eine sammlung an malereien und fotografien der surrealisten, u.a. entdeckte ich werke von klee und picasso. war sehr interessant, und es waren wirklich großartige werke dabei.

na ja, die künstlerische wiedergabe psychischer zustände und freudscher unterbewusstseinstheorien und triebphilosophien, das ist natürlich was für die manja ;-)...

die zweite ausstellung war henry van de velde gewidmet, einem begabten und anfang/mitte des 20. jahrhunderts sehr gefragten alleskönner-architekten. er entwickelte wohnhäuser, inneneinrichtungen, möbel und tapeten und fertigte die bucheinbände nietzsches größter werke an. auch wenn ich selbst aus einer vom jugendstil geprägten stadt komme, so hat mich das jetzt nicht so sehr beeindruckt bzw. interessiert und angesprochen. zum glück war die ausstellung nicht so groß, und ich bevorzugte es dann, im souvenir-shop herum zu stöbern.

tja... dürer habe ich dann wohl verpasst. und gekauft habe ich auch nichts.

gegen 12 uhr ging ich zurück zum bahnhof, wo ich mich bei lecrobag stärkte mit tomate-mozarella-körnerbaguette und kaffee und mir zwei butterbrezeln mitnahm für meine doch längere reise nach österreich. kurz vor 13 uhr fuhr mein zug richtung augsburg.

dort angekommen, hatte ich eine halbe stunde aufenthalt, die ich im mccafe verbrachte bei einer tasse kaffee, und wo ich noch einen schokomuffin für nächtliche heißhungerattacken mitnahm.

dann ging es weiter, pünktlich, richtung lindau im bodensee (jawoll, IM bodensee *g*). damit begann die fahrt ins und durch`s allgäu. die nachmittagssonne konnte ein goldenes leuchten durch einen diesigen himmel schicken, und alles erstrahlte in einem wunderschönen güldenen licht. ich ließ den blick in die ferne schweifen und bewunderte die verschneite bergwelt. und das war auch gut so. denn sobald ich den blick vom horizont abwendete und zum beispiel auf`s klo ging, merkte ich erstmal wie sehr der zug schaukelte bei hohem tempo. mir wurde sofort speiübel, und ich hätte mich sofort übergeben können. also drückte ich die nase ans fenster mit blick in den schnee und erreichte dann ohne zwischenfälle lindau. ich hätte die tür aufreißen und sofort ins wasser springen können, so nah am ufer des bodensees fuhr die bahn entlang.

am bahnhof lindau hatte ich wieder eine halbe stunde aufenthalt.

ich füllte meine getränkevorräte mit orangensaft auf und nahm noch eine banane als proviant mit und besuchte anschließend den presseshop und schaute, ob es meine vegetarische kochzeitung gab. fehlanzeige. ich kaufte noch ne rittersport und ging noch mal auf toilette, und dann stand auch schon die s-bahn richtung bludenz da, die mich nun erstmal ins österreichische dornbirn bringen würde. wo ich hoffentlich den landbus erwischen würde.

tat ich! erleichtert ging es nun in die berge. es war dunkel geworden und der mond beleuchtete die verschneite berglandschaft. ich hatte nun andertviertel stunden zeit, bevor ich den richtigen ausstieg in au nehmen musste. dort hoffte ich, den letzten bus bis nach damüls zu erwischen, sah aber erstmal weit und breit nüscht. als mein dornbirner bus weg fuhr, sah ich, wie mein bus nach damüls gegenüber aus der seitenstraße bog und gerade losfuhr. ich auf die straße gerannt und den bus angehalten. ein mürrischer herr nahm mich aber mit und so wusste ich, dass ich heute nacht auch in dem bett schlafen würde, das ich gebucht hatte.

offensichtlich waren die beiden anderen fahrgäste bekannte oder verwandte, denn der busfahrer fragte nur mich, ob es okay wäre, wenn er, bevor er mich am hubertushof absetze, noch mal schnell abbiegen und nach den pferden schauen kann. als ich meinte, dass das gar kein problem sei, wurde er auch schlagartig freundlicher. nach dem stallbesuch ging es die verschneite huckelpiste wieder hinunter und ich, wild schaukelnd, blickte den steilen hang hinunter, den ich glaubte bald knutschen zu dürfen, wenn wir "abstürzen". alter! doch zwei minuten später hielt der bus vor meiner herberge. angekommen!

meine gastfrau klara lud mich noch in die stube ein. und nachdem ich mein zimmer bezogen hatte, kam ich der einladung natürlich gern nach. es war erst nach 19 uhr, und jetzt erst mal ein bierchen zischen, oh ja! ich wohne übrigens ganz oben im dachgeschoss unter`m spitzdach, mit eigenem bad im kleinen flur. mein zimmer ist richtig groß, mit doppelbett und sofa, wo eine dritte person auch noch schlafen könnte. mit blick auf die verschneiten berge, die jetzt am abend im mond- und sternenlicht sichtbar waren.

ich unterhielt mich beim bierchen mit klara, und sie erzählte, dass ihr 80jähriger mann gerade in der reha sei, nach einem schweren herzinfarkt. man sah ihr ihre sorge an. dennoch war sie eine so lebendige erscheinung, sie managte alles und war gesprächsbereit. später stieß eine familie aus der eifel zu uns, die jedes jahr bei klara (und helmut) skiferien machen. und so schnakten wir alle ein bisschen, bis die family sich ins kartenspiel vertiefte und ich mein bier ausgetrunken hatte.

mit meiner freundin, die ich hier in damüls besuchen würde, war ich schon seit dornbirn in sms-kontakt. sie lud mich ein, am nächsten morgen auf einen kaffee bei ihr auf arbeit vorbei zu schauen, was ich natürlich erfreut annahm. und dann passierte auch nimmer viel, ich hörte noch bisschen musik und fiel in einen tiefen schlaf..."

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