Mittwoch, 15. August 2012

August 2012

Von Montag auf Dienstag hatte ich Dorian aus Wien bei mir zu Gast. Er ist auf dem Weg nach Rumänien und verbindet dies mit einer Osteuropa-Tour (von Deutschland nach Polen und durch die Ukraine). Ich musste arbeiten und sammelte ihn um 21.30 Uhr am Bahnhof ein. Er hatte zum Glück jemanden gefunden, der ihm tagsüber die Stadt gezeigt hatte. Obwohl er die gnadenlos billige und gute Pizzeria in Zgorcelec besucht hatte, antwortete er auf meine Frage, ob er noch Hunger habe: "Ich bin 18 Jahre alt und männlich." :D

Also, alles rausgeräumt was noch da war :D ....

Dorian hat viel über sich und seine Familie zu erzählen, oh jaa.. *g* ABER: Er redet nur über die schönen und spannenden Dinge im Leben. Er ist also sehr positiv und fröhlich gesinnt und lacht auch gerne.

Er ist schon als Kleinkind in fremden Ländern gewesen und allein das reichte schon dass wir um 2 Uhr morgens immer noch miteinander schnackten....

Ich wünsche Dorian eine gute Reise und nicht mehr so ne olle Oma als Host *g*, sondern junge Leute in seinem Alter, so wie er sich das gerne wünscht :o) ....

August 2012

Ich traf Stefan in Zittau. Er schrieb mich über Couchsurfing an und fragte ob wir uns mal für nen Kaffee oder ein Bier treffen wollen.

Wir trafen uns am Bahnhof, und er zeigte mir ein anderes Zittau als das touristische. Er erklärte mir was in welchen Gebäuden ist, zeigte mir die Hillersche Villa . Und ich lernte das erste Mal Hauswächter kennen. Das sind engagierte Menschen, die alte Häuser, um die sich keiner mehr kümmert und die dem Verfall preisgegeben sind, kostenfrei anmieten bei der Stadt und dafür sorgen, dass das Haus nicht noch mehr verfällt. Diese Menschen nutzen die Räumlichkeiten dann für kulturelle und soziale Projekte. Stefan führte mich durch so ein Haus, ein altes Herrenhaus im Zentrum Zittaus. Total verfallen, aber saubergemacht und halbwegs hergerichtet. Darin Ausstellungen, Fotogalerien und Seminarräume, Matratzen zum Übernachten und überall Sitzecken mit ausrangierten Sofas.... Ein Garten mit Lagerfeuer und Wasseranschluss. Ich war total begeistert. Einerseits die morbide Atmosphäre des alten ehemals sehr prunkvollen Hauses, und andererseits das unheimlich kreative Treiben darin. Eine saugute Sache, wie ich finde!

Stefan ist Religionspädagoge und somit hat er einen Schlüssel für "seine" Kirche. Ich durfte mir seinen Arbeitsplatz, ein kleines Gemeindehaus im Aufbauprozess sowie die Kirche von innen anschauen. In der Kirche zeigte er mir die Orgel und ich staunte wie komplex dieses Instrument ist! Und noch dazu war es ein altes mit liebervoller Verzierung. "Alle meine Entchen" habe ich aus respekttechnischen Gründen natürlich nicht gespielt, aber verschiedene Einstellungen und Töne durfte ich schon ausprobieren :) .

Und was ich dann noch durfte: Auf den Kirchturm klettern! Stefan ging vor, und machte die Luke auf. Was heißt "ging". Es passte immer nur eine Person durch das Holzgebälk über mehrere mehr oder weniger fest angenagelte Leitern und die Luke war wirklich nur eine Luke zum Kopfrausstrecken. Aber man hatte einen herrlichen Blick über die Stadt bis hin zum Zittauer Gebirge und über mir hing die Glocke. Die hätte ich läuten können :D ! Aber ich bin ja zum Glück gut erzogen.

Am Ende landeten wir im Emil, einem eingetragenen Verein mit Musikbühne, bisschen Jugendarbeit und einer kleinen Kneipe. Dort hatten wir dann Muße, was zu trinken und uns zu unterhalten. Wir tauschten uns über die Möglichkeiten von Couchsurfing aus und was man wie auf die Beine stellen könnte. Stefan ist da sehr interessiert dran, während ich eher erstmal nen langsamen und gemütlichen Gang einlege. Aber ich bejahte seine Frage, ob ich denn mitmachen würde. Zum Beispiel wenn er in der Zittauer Gruppe einen Tagesausflug nach Görlitz anbieten würde...

Stefan ist ein sehr sympathischer Mensch. Sehr ruhig aber dennoch kommunikativ, sehr intelligent und gebildet und vielseitig an Politik und Kultur interessiert. Eine sehr angenehme Gesellschaft! Deshalb hab ich ihn auch zum Gegenbesuch nach Görlitz eingeladen. :)

Ja, wie ihr merkt, habe ich an diesem Tag meinen Fotoapparat vergessen.... Shit happens... :(

August 2012

Letztes Wochenende ging´s nach Prag!

Ich fuhr Samstag in der Früh nach Dresden, und stieg dort in den Bus nach Prag. Nach 2 1/2 Stunden Busfahrt, in denen ich schlief, war ich schon da. Ich suchte zu Fuß mein Hostel. Dort hatte ich ein Bett in einem 6-Raum-Zimmer bekommen. Ich schmiss schnell meine Sachen auf´s Bett und los Richtung Wenzelsplatz. Dort wollte ich mit Couchsurfern auf Sightseeingtour gehen. Dummer Weise verlief ich mich total und kam eine halbe Stunde zu spät. Meine Truppe war schon weg.

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Nationalmuseum mit Ritterfigur am oberen Teil des Wenzelplatzes.


So schlenderte ich alleine den Wenzelsplatz hinunter. Und hätte eigentlich nichts verpasst.... Ein Shop am anderen, mindestens 5 Mal McDonalds, Kentucky Fried Chicken, Starbucks und Burger King...
Am Ende des Platzes machte ich erstmal eine Kaffeepause. Ich bestellte naiv wie ich war einen Kaffee und ne Cola auf Englisch und der Kellner fragte auf Deutsch zurück, ob ich Milch für meinen Kaffee möchte :D ... *hüstel* ... Okeeeee.....

Neben mir saß eine deutsche Familie, die nichts besseres zu tun hatte als sich über die lukrativsten Shoppingmöglichkeiten auszutauschen. Manchmal ertönte ein leicht hysterischer Schrei wenn eine junge Frau mit einer Einkaufstüte einer hippen Modefirma vorbei lief. Die tschechischen Frauen wurden anhand ihrer Kleidung identifiziert und lautstark wurde debattiert, wie schlecht deren Outfit sei....

Im Hostel hatte ich einen Stadtplan, mit den gängigen Sehenswürdigkeiten eingezeichnet, bekommen, und so zog ich dann los Richtung Altstadt und ließ die Gebäude und alles einfach auf mich wirken. Ohne Infotainment. Und machte natürlich viele Fotos....

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Karlsbrücke mit Blick auf die Burg

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Gegen 17 Uhr, am Fuße des Berges zur Burg rauf, verließ mich plötzlich der Elan. Ich musste aber eh gucken, dass ich nicht zu spät zum Treffpunkt der Biertrinkausgeh-Couchsurfinggruppe kam. So stoppte ich und pausierte in einem Restaurant, wo ich auch gleich zu Abend aß. Böhmisch natürlich: 1/4 Ente mit Rot- und Weißkraut und Knödel. Satt und gestärkt machte ich mich dann auf den Weg Richtung Aposteluhr, unserem Treffpunkt.

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Karlsbrücke

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Das Rudolfinum - dort werden Musicals aufgeführt und so... Will ich unbedingt mal rein!

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Ich kam rechtzeitig auf dem Altstadtplatz an und hatte noch Zeit, mich in Ruhe umzuschauen...

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Aposteluhr

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Nach einem freundlichen Tag mit bisschen Regenwolken kam am Abend die Sonne raus. Auf dem Altstadtplatz saßen und lagen viele junge Menschen aus der ganzen Welt. Und ich legte mich auch auf den Platz. Es war grandios. Dieser Platz hat so eine lange Geschichte und heute liegt die junge Welt von nah und fern drauf und genießt das Leben!

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Um 19.30 Uhr traf ich dann an der Aposteluhr auf die Biertrinkausgeh-Couchsurfinggruppe, und wir waren um die 20 Leute aus aller Welt! Ein Teil von ihnen lebte aber in München und so wurde auch Deutsch gesprochen, ansonsten Englisch. Und so *g*. Wir hatten einen "Führer" dabei, der sich auskannte und so stapften wir munter plappernd und sich gegenseitig vorstellend hinterher. Wir landeten in einer Location, in der große Tische waren mit jeweils mindestens sechs Zapfhähnen und dazu gab´s 0,5 l Biergläser. Auf einem Display konnte sich jeder eine Nummer geben und so sah man immer, wieviel Bier man zu welchem Preis schon getrunken hatte. Wir mussten uns leider an zwei Tische auf zwei Etagen verteilen und die meisten aßen noch was. Eine Leinwand zeigte die Olympiade und ab und an nahmen wir auch daran Anteil.

Um zusammen sein zu können verließen wir schließlich mehr oder weniger angetrunken diese Location und mein Englisch ließ nach 0,5 l tschechischem Bier in Grammatik und Vokabelwissen drastisch nach... .oO Und dann standen wir auch noch plötzlich vor einer Absinthbar! Alter, was soll´s! An den 70%igen traute ich mich dann aber doch nicht ran... Wer weiß wie das meine Medikamente gefunden hätten.... .oO Und ich hatte als Single-Reisende niemanden dabei, der mich ins Bett gebracht hätte. Also, ich hab einen Absinthkaffee bestellt. Der war sehr lecker und schmeckte wie Bailys, aber dennoch absinthtypisch. Manche Mädels nahmen Likörchen, aber der Großteil probierte den 70%igen mit flambiertem Zucker...

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Mein Absinthkaffee...

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"Frisch getankt" sozusagen liefen wir anschließend in eine Cocktail und Musicbar ein und tanzten, tranken und quatschten.... Gegen 2 Uhr machte ich mich mit zwei Kanadierinnen auf, da wir einen Teil des Heimweges aus Sicherheitsgründen zusammen gehen wollten. Den letzten Teil musste dann jede alleine zurücklegen. Ich hatte die mittellange Strecke von ca. 15 Minuten Fußweg. Wohlbehalten kam ich im Hostel an, nachdem ich mich - wie gesagt um 2 Uhr morgens am Sonntag - im Lebensmittelladen gegenüber noch mit Proviant für Unterzuckerattacken und Durst eingedeckt hatte. Das Bett im Hostel war soo bequem, das hat mich ja total überrascht! Ich schlief wie ein Baby....

Am nächsten Morgen gab´s Frühstücksbüfett (im Preis inbegriffen - eine Nacht war 450 Tschechische Kronen, das sind etwa 30 Euro). Dann checkte ich aus und ging noch mal in die Altstadt. Ich wollte noch ein bereits ausgewähltes Geburtstagsgeschenk für mein Mütterlein erstehen (bzw. ersitzen - nein Mutti, ich verrate es dir niiii-hiii-cht!) und noch eine Bootstour machen.

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Das Nationaltheater im Bauanzug, vom Boot aus....

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Karlsbrücke

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Burg mit Altstadt

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Prags kleiner Aussichtsturm

Nach der gemütlichen Bootsfahrt ging ich noch essen und setzte mich draußen direkt an die Altstadtbrücke ans Wasser. Ich bestellte wieder böhmisches Essen: Gulasch mit Knödel und dazu wurde mir tschechisches Bier angeboten, das ich nicht ablehnte, auch wenn es erst 12 Uhr war :D .

Nach dem leckeren Essen (ich liebe tschechische Knödel schon seit Kindesbeinen an!) schlenderte ich langsam zurück zum Busbahnhof, da um 16 Uhr mein Bus zurück nach Dresden fahren sollte. Aber irgendwie übersah ich die Digitalanzeige in der Wartehalle und wunderte mich wie man sich bei soooo vielen Haltestellen und Fahrplanaushängen zurecht finden soll.. Alter, ich hab echt meinen Bus nicht entdeckt! Irgendwie hielt ich nach allen einfahrenden Bussen Ausschau, aber meiner war nicht dabei! Nach einer Stunde warten hab ich es dann aufgegeben und bin gegangen, wobei ich die Anzeigentafel entdeckte... .oO Egal, bis zum Bahnhof musste ich mich bis zum Wenzelsplatz durchschlagen. Ich war hundemüde und lief im Schneckentempo, bekam aber dann gleich einen Zug und fuhr dann 18.30 Uhr Richtung Dresden. Im Zug war eine Reisegruppe junger Rumänen, die Deutsch übten. Die waren echt locker drauf und so witzig, wir haben viel gelacht... Gegen 21 Uhr waren wir dann in Dresden.

Mein nächster Zug zurück nach Görlitz wäre um 23.37 Uhr gefahren. Alter! Ich wollte eigentlich einfach nur meine Beine hochlegen und in Ruhe gelassen werden statt noch 4 Stunden durch die Nacht zu gondeln... So beschloss ich kurzer Hand, in Dresden zu übernachten. Auf Couchsurfing hatte ich keinen Bock, ich wollte einfach nicht mehr groß babbeln müssen und außerdem fand ich die Hotels schneller als ein Internetcafé. Und dann hab ich es doch tatsächlich gemacht. Ich hab in meinem Globetrotterlook im 4 Sterne Pollman eingecheckt - :D - für 89 Euro die Nacht :))))......... Mein Abend endete so: Die Außenwand meines Zimmers bestand aus einer Glasfront. Das Zimmer lag im 2ten Stock genau mittig und so sah ich auf die beleuchtete und noch belebte Prager Straße (was für Nicht-Dresden-Kenner die Einkaufsmeile ist). Ich schob die noblen Wildledersessel zusammen, den Tisch beiseite, machte mir ein Minibar-Bier auf, Beine hoch und chillte die beleuchtete City mit McDonalds vor der Nase an. Eine riesige Sternschnuppe erinnerte mich an die Perseidennacht. Dafür hatte ich mir dann definitiv die falsche Beobachtungsstelle ausgesucht!

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Das Bett war schrecklich weich und ich habe echt nicht gut gelegen. Aber die raschelnde gestärkte weiße Bettwäsche war cool.

Am nächsten Morgen konnte ich dann ausgeschlafen um 8 Uhr meinen Zug nach Görlitz nehmen... Gut, wenn man den Arbeitstag erst um 14 Uhr beginnen muss.......... *grins*

August 2012

Meine nächsten Couchsurfer waren Jacki und ihre süße Nichte aus Magdeburg. Sie waren auf dem Weg zur Kulturinsel Einsiedel und verbrachten eine Nacht bei mir, dann im Zelt in Zentendorf und dann wieder bei mir, bevor es nach einem kleinen Stadtrundgang wieder nach Hause ging.

Am ersten Abend kam ich ja erst gegen 21.30 Uhr von der Arbeit und holte die beiden am Bahnhof ab. Der Abend wurde nicht mehr lang, aber wir tranken noch gemütlich Früchtetee in einer sehr entspannten Atmosphäre. Am nächsten Morgen brachte ich Jacki und ihre Nichte zur nächsten Bushaltestelle und siehe da: die wurde nicht bedient wegen einer Vollsperrung in der nächsten Ortschaft. Klasse. Nirgenwo im Internet ein Hinweis drauf.... Okay, als Chefin kann man ja auch einfach mal später auf die Arbeit kommen, was ein Glück! So fuhr ich die beiden nach Zentendorf, da sie den Bus an einer anderen Haltestelle eh nimmer bekommen hätten.

Auf dem Heimweg hatten die beiden mehr Glück, der Busfahrer ließ sie nicht nur in der Nähe der nicht bedienten Haltestelle aus dem Bus raus, sondern erklärte auch noch den Weg zu mir, und so kamen beide wieder heile bei mir an. Sie berichteten natürlich von ihren Erlebnissen. Wir gingen dann rüber auf die polnische Seite in eine Pizzeria und aßen drei Pizzen und drei Mal Getränke (Saft und polnisches Bier) für 16 Euro (mit Trinkgeld). Dort erzählte mir Jacki auf meine neugieren Fragen hin einiges aus ihrem Hitchhiking-Nähkästchen, und das war abgefahren. Diese junge Frau hat echt Nerven :D ... Ich fand´s großartig.

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Jacki und ihre süße Nichte.

Der Abend wurde auch diesmal nicht lang, aber wir frühstückten am nächsten Morgen wieder gemütlich. Jackis Nichte und mein Kater wurden Freunde. Am Ende malte mir die kleine Lady ein Bild von mir und meinem Jojo :o) . Ich bekam das genialste Brillengestell gemalt und muss unbedingt mal mit meinem Optiker reden *gg*.

Ich habe mich sehr gefreut, als Jacki mich zum Abschied einlud, sie in Magdeburg zu besuchen :o) .....

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